Goldberg


Goldberg
I
Gọldberg,
 
Zeugenberg vor dem Rand der Schwäbischen Alb bei Nördlingen. Planmäßige Ausgrabungen (1911-35) mehrerer Siedlungen v. a. der Jungsteinzeit, aber auch der Eisenzeit erbrachten wesentlichen Erkenntnisse besonders für die Abfolge der jungsteinzeitlichen Kulturen und für den Hausbau dieser Zeit.
II
Gọldberg,
 
1) Stadt im Landkreis Parchim, Mecklenburg-Vorpommern, im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte, 4 500 Einwohner;
 
 
Goldberg, als Dorf »Golß« 1227 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1248 durch den mecklenburgischen Fürsten Pribislaw I. von Parchim (✝ nach 1270) das Stadtrecht verliehen. 1701-1934 gehörte die Ackerbürgerstadt zu Mecklenburg-Schwerin.
 
 2) polnisch Złotoryja [zu̯ɔtɔ'rija], Kreisstadt in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen, 235 m über dem Meeresspiegel, am Austritt der Katzbach aus dem Bober-Katzbach-Gebirge, 16 000 Einwohner; Bau von Bergbaueinrichtungen, Textilindustie, Erzeugung von Christbaumschmuck, Basaltabbau.
 
 
Mittelalterliche Bergbausiedlung mit Befestigungsanlagen des 14. Jahrhunderts; Pfarrkirche (1212-41, 14. und 15. Jahrhundert) mit spätgotischer Deckenmalerei.
 
 
Die um 1200 entstandene Bergleutesiedlung Goldberg erhielt 1211 als erste im schlesischen Goldbergbaugebiet Stadtrecht. Nach dem Ende der Goldgewinnung (durch Auswaschen aus dem Flusssand) setzte Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts der Kupfererzbergbau ein. Mit dem Fürstentum Liegnitz kam Goldberg 1742 an Preußen. 1945 kam es unter polnische Verwaltung; seine Zugehörigkeit zu Polen wurde durch den Deutsch-Polnischen Grenzvertrag vom 14. 11. 1990 (in Kraft seit 16. 1. 1992) anerkannt.
 
III
Gọldberg,
 
1) Emanuel, Photochemiker, * Moskau 19. 8. 1881, ✝ Tel Aviv 13. 9. 1970; war 1907-17 Professor an der Akademie für grafische Künste in Leipzig, 1917-33 an der TH Dresden und Direktor bei der Zeiss-Ikon AG; ging 1933 angesichts der nationalsozialistischen Diktatur nach Paris und 1937 nach Tel Aviv, wo er ein Laboratorium für angewandte Optik gründete. Goldberg trug wesentlich zur Photochemie und Densitometrie bei und schuf wissenschaftliche Vorrichtungen für die fotografische Praxis (Densograph 1910, Graukeil 1911, Mikrofilmkamera 1921, Spektrodensograph 1927, Goldberg-Refraktometer 1942); er stellte die Goldberg-Bedingung für die Kontrastwiedergabe beim Negativ-Positiv-Prozess auf (Gammawert) und schuf die Goldberg-Emulsion.
 
Werke: Beiträge zur Kinetik photochemischer Reaktionen (1906); Der Aufbau des photographischen Bildes (1920); Die graphischen Künste (1922).
 
 2) Johann Gottlieb (Theophilus), Cembalist und Komponist, getauft Danzig 14. 3. 1727, ✝ Dresden 13. 4. 1756; Schüler von W. F. Bach in Dresden und J. S. Bach in Leipzig, der für ihn (laut J. N. Forkels Bericht) auf Bestellung des Grafen Hermann Karl von Keyserlingk die Goldberg-Variationen schrieb; seit 1751 im Dienste des Grafen H. von Brühl. Goldberg war in seiner Zeit v. a. als Virtuose bekannt. Er komponierte u. a. zwei Cembalokonzerte, sechs Triosonaten, 24 Polonaisen und zwei Kantaten.
 
 3) Leah, israelische Lyrikerin und Literarhistorikerin, * Kaunas (Litauen) 29. 5. 1911, ✝ Jerusalem 15. 1. 1970; wanderte nach Studien in Deutschland 1935 nach Palästina aus, schloss sich dem Dichterkreis um A. Schlonski an und war seit 1952 Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Ihre Gedichte (»Frühes und Spätes«, 1960, hebräisch; »Lebensrest«, herausgegeben 1971, hebräisch) sind meist in klassischen Formen (wie dem Sonett) und in einfacher Sprache geschrieben. Sie verfasste auch Kinder- und Jugendbücher und übersetzte zahlreiche Werke der europäischen Literatur ins Hebräische (darunter L. N. Tolstoj, H. Ibsen und H. Mann).
 
 4) ['gəʊldbəːg], Szymon, amerikanischer Violinist polnischer Herkunft, * Włocławek 1. 6. 1909, ✝ Toyama 19. 7. 1993 ; Schüler von C. Flesch, bildete 1930-33 ein Streichtrio mit P. Hindemith und E. Feuermann, ließ sich 1945 in den USA nieder, leitete 1955-78 das Niederländische Kammerorchester sowie seit 1990 das Neue Japanische Philharmonische Orchester in Tokio.
 
 5) ['gəʊldbəːg], Whoopi, eigentlich Caryn Johnson ['dʒɔnsn], amerikanische Filmschauspielerin, * New York 13. 11. 1955 (oder 1949?); spielte u. a. am Broadway und gestaltet seit 1992 eine regelmäßige Talkshow. Gab ihr Filmdebüt in »Die Farbe Lila « (1985) und spielt ernste und überwiegend komische Rollen.
 
Weitere Filme: Jumpin' Jack Flash (1986); Claras Geheimnis (1988); Ghost - Nachricht von Sam (1990); Sarafina! (1992); Sister Act - Eine himmlische Karriere (2 Teile, 1992-93); Kaffee, Milch & Zucker (1994); Moonlight & Valentino (1996).

Universal-Lexikon. 2012.

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